Notgroschen aufbauen: Wie viel und wohin?

Infografik Notgroschen aufbauen - 4 Schritte zur finanziellen Sicherheit
Notgroschen aufbauen in 4 Schritten

Warum du einen Notgroschen brauchst

Ein Notgroschen ist dein finanzielles Sicherheitsnetz. Wenn die Waschmaschine kaputtgeht, das Auto in die Werkstatt muss oder du deinen Job verlierst, brauchst du sofort verfügbares Geld. Ohne Notgroschen landest du schnell im Dispo (Zinsen: 10-15%) oder nimmst einen teuren Konsumkredit auf. Laut einer Studie der ING können 31% der Deutschen eine unerwartete Ausgabe von 1.000 EUR nicht aus eigener Tasche bezahlen. Der Notgroschen verhindert, dass eine kleine Krise zu einem echten finanziellen Problem wird.

Wie viel solltest du ansparen?

Die Faustregel lautet: 3 bis 6 Netto-Monatsgehälter. Die genaue Höhe hängt von deiner Lebenssituation ab:

Beispiel: Bei einem Nettogehalt von 2.500 EUR solltest du als Single mindestens 7.500 EUR, als Familie eher 12.500-15.000 EUR auf der Seite haben.

Wo parkst du den Notgroschen?

Der Notgroschen muss zwei Anforderungen erfüllen: sofort verfügbar und sicher. Damit scheiden Aktien, ETFs oder Festgeld aus. Die besten Optionen:

Wichtig: Trenne den Notgroschen von deinem Alltagskonto. Wenn das Geld auf dem Girokonto liegt, ist die Versuchung groß, es auszugeben.

Die Aufbau-Strategie: Schritt für Schritt

Den Notgroschen baust du am besten schrittweise auf. Ein Dauerauftrag am Gehaltstag ist der einfachste Weg:

  1. Ziel festlegen: Berechne dein Netto-Monatsgehalt und multipliziere es mit deinem Ziel-Faktor (3-6)
  2. Sparrate bestimmen: 10-20% deines Nettogehalts sind ein guter Richtwert. Bei 2.500 EUR netto sind das 250-500 EUR/Monat
  3. Dauerauftrag einrichten: Am Tag nach dem Gehaltseingang, automatisch aufs Tagesgeldkonto
  4. Erste Priorität: Der Notgroschen kommt vor ETF-Sparplan, vor Urlaubskasse, vor allem anderen
  5. Meilensteine feiern: Erstes Monatsgehalt geschafft? Super. Weiter bis zum Ziel

Bei 300 EUR Sparrate und einem Ziel von 10.000 EUR brauchst du etwa 33 Monate. Das klingt lang, aber jeder gesparte Euro bringt dich näher an finanzielle Sicherheit.

Notgroschen aufgefüllt — und dann?

Sobald dein Notgroschen steht, kannst du überschüssiges Geld langfristig investieren, zum Beispiel in einen ETF-Sparplan. Der Notgroschen bleibt unangetastet auf dem Tagesgeldkonto. Wenn du ihn einmal angreifen musst (dafür ist er da!), fülle ihn danach so schnell wie möglich wieder auf. Tipp: Prüfe einmal im Jahr, ob die Höhe deines Notgroschens noch zu deiner Lebenssituation passt. Gehaltserhöhung, Umzug oder Familienzuwachs können eine Anpassung nötig machen.

Wie viel kannst du monatlich sparen?

Der erste Schritt ist, dein tatsächliches Nettoeinkommen zu kennen. Viele Menschen überschätzen, was netto übrig bleibt, und planen mit zu hohen Sparraten. Nutze unseren Brutto-Netto Rechner, um dein exaktes Nettogehalt zu berechnen. Davon ziehst du deine fixen Kosten (Miete, Versicherungen, Abos) ab, und was übrig bleibt, teilst du auf: Notgroschen, Sparziele und Freizeit.

Berechne dein Netto und starte den Notgroschen

Finde heraus, wie viel dir monatlich zum Sparen zur Verfügung steht.

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