Kurzarbeitergeld 2026: Höhe, Anspruch und Tipps
Was ist Kurzarbeit?
Kurzarbeit bedeutet: Der Arbeitgeber reduziert vorübergehend die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter, weil Aufträge fehlen oder ein außergewöhnliches Ereignis die Produktion einschränkt. Statt Entlassungen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil des Lohnausfalls — das Kurzarbeitergeld (Kug).
Wer hat Anspruch?
Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld:
- Mindestens 10 % der Belegschaft müssen von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 % betroffen sein
- Unvermeidbarkeit des Arbeitsausfalls
- Anzeige beim Arbeitsamt durch den Arbeitgeber (nicht durch den Arbeitnehmer)
- Zustimmung des Betriebsrats oder — wenn keiner vorhanden — individuelle Vereinbarung mit den Mitarbeitern
Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?
Das Kug berechnet sich aus dem Netto-Lohnausfall, nicht aus dem Bruttogehalt:
- Ohne Kinder: 60 % des pauschalierten Nettoentgelts des ausgefallenen Lohnanteils
- Mit mindestens einem Kind: 67 % des pauschalierten Netto-Lohnausfalls
Rechenbeispiel: 3.500 EUR Bruttogehalt, 50 % Arbeitsausfall, keine Kinder:
- Soll-Entgelt (Voll): 3.500 EUR brutto
- Ist-Entgelt (bei 50 % KA): 1.750 EUR brutto
- Pauschaliertes Netto des Ausfalls: ca. 1.100 EUR
- Kug: 60 % × 1.100 EUR = 660 EUR/Monat
- Gesamtverdienst: 1.750 EUR (halbes Gehalt) + 660 EUR (Kug) ≈ 2.410 EUR netto
Bezugsdauer
Das Kurzarbeitergeld wird regulär für bis zu 12 Monate gewährt. In Ausnahmesituationen (z. B. strukturelle Krisen wie in der Coronapandemie) kann die Bezugsdauer per Verordnung auf bis zu 24 Monate verlängert werden.
Aufstockung durch den Arbeitgeber
Viele Arbeitgeber — besonders in Tarifbranchen — stocken das Kug freiwillig auf, um Mitarbeiter zu halten. Die Aufstockung ist bis zu einer Grenze von 80 % des ausgefallenen Nettolohns steuerfrei. Was darüber hinausgeht, ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Wichtig: Progressionsvorbehalt!
Das Kurzarbeitergeld selbst ist steuerfrei — unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es erhöht den Steuersatz auf dein übriges zu versteuerndes Einkommen. Wenn du im gleichen Jahr auch normales Gehalt bezogen hast, kann das zu einer Steuernachzahlung führen. In diesem Fall ist eine Steuererklärung Pflicht.
Tipp: Spare im Kurzarbeitsjahr monatlich einen kleinen Betrag für die eventuelle Steuernachzahlung.
Wie viel Netto bleibt bei Kurzarbeit?
Berechne mit dem Brutto-Netto Rechner deinen regulären Nettolohn als Vergleichsbasis.
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