Betriebliche Altersvorsorge (bAV) 2026: Lohnt es sich?
Was ist die bAV?
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine vom Arbeitgeber organisierte Altersvorsorge. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das Recht, einen Teil seines Bruttogehalts in eine bAV umzuwandeln (Entgeltumwandlung). Der Beitrag wird direkt vom Brutto abgezogen — bevor Steuer und Sozialversicherung berechnet werden.
Steuerfreiheit 2026
Beiträge zur bAV per Entgeltumwandlung sind bis zu folgenden Grenzen steuer- und sozialversicherungsfrei:
- Steuer- und SV-frei: bis zu 3.624 EUR/Jahr (= 4 % der Beitragsbemessungsgrenze West 2026 = 90.600 EUR)
- Nur steuerfrei (nicht SV-frei): weitere 1.800 EUR/Jahr
- Gesamt steuerfrei: bis zu 5.424 EUR/Jahr
Pflicht-Zuschuss des Arbeitgebers
Seit 2022 gilt für alle Entgeltumwandlungsverträge (Neu- und Altverträge): Der Arbeitgeber muss mindestens 15 % des umgewandelten Betrags als Zuschuss obendrauf legen — sofern er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr.
Rechenbeispiel: 200 EUR bAV-Beitrag
Annahme: 4.000 EUR Bruttogehalt, StK 1, GKV-pflichtversichert
- Ohne bAV: Netto ca. 2.560 EUR
- bAV-Beitrag 200 EUR/Monat → neues Brutto für Steuer/SV: 3.800 EUR
- Netto ca. 2.430 EUR — also nur 130 EUR weniger netto, obwohl 200 EUR in die Vorsorge fließen
- + 15 % AG-Zuschuss: 30 EUR → effektiver bAV-Beitrag: 230 EUR
Die bAV kostet dich netto nur 130 EUR, bringt aber 230 EUR Altersvorsorge — ein Hebel von fast 1:2.
Die Nachteile der bAV
Die bAV klingt gut — hat aber wichtige Haken:
- Vollständige Besteuerung im Rentenalter: Die Rente aus der bAV ist voll einkommensteuerpflichtig (nachgelagerte Besteuerung)
- Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente: GKV-Versicherte zahlen vollen KV- + PV-Beitrag auf bAV-Renten über dem Freibetrag (2026 ca. 176 EUR/Monat)
- Weniger gesetzliche Rente: Durch niedrigeres SV-pflichtiges Einkommen sinken auch die Rentenpunkte leicht
- Kein Mitnahmerecht: Bei Jobwechsel ist der Vertrag nicht immer übertragbar
Für wen lohnt sich die bAV?
Besonders sinnvoll wenn:
- Der Arbeitgeber mehr als 15 % Zuschuss zahlt (z. B. 25–50 %)
- Du im Rentenalter einen niedrigen Steuersatz erwartest
- Die Alternative (privater ETF-Sparplan) nicht genutzt würde
Weniger sinnvoll bei niedrigem Arbeitgeberzuschuss und hohem erwartetem Renteneinkommen.
Wie viel netto kostet dich dein bAV-Beitrag?
Berechne mit dem Brutto-Netto Rechner den Nettoeffekt deiner Entgeltumwandlung.
Jetzt berechnen